Chevrolet Camaro: Viertüriges Comeback erst 2029?
Der Chevrolet Camaro soll zurückkommen – aber angeblich später und ganz anders als bisher. Statt eines neuen Coupés für 2028 ist nun von einem 2029er-Modell mit vier Türen die Rede. Hinterradantrieb, Verbrennungsmotor und Handschaltung sollen trotzdem bleiben. Klingt nach einem ziemlich wilden Plan, ist bislang aber eben nur ein gut genährtes Gerücht.
Hinweis zu den Bildern: Chevrolet hat keinen neuen Camaro für 2029 vorgestellt. Sämtliche Aufnahmen zeigen die sechste Generation beziehungsweise das offizielle Abschiedsmotiv und dienen als Archivbilder. Bild: Chevrolet/General Motors
Camaro-Comeback angeblich auf 2029 verschoben
Der Ausgangsbericht von Autoblog/Yahoo beruft sich auf Informationen von GM Authority. Dort war der nächste Camaro zunächst als Modelljahr 2028 eingeplant. Nach Angaben nicht genannter Quellen soll sich der Start nun um ein Modelljahr auf 2029 verschieben. Warum, ist nicht bekannt.
Wichtig ist die saubere Trennung zwischen Meldung und Wunschdenken: General Motors hat weder das Modelljahr 2029 noch ein konkretes Nachfolgemodell offiziell bestätigt. Es gibt bisher auch keine Erlkönigbilder, technischen Daten, Preise oder einen Präsentationstermin. Sicher ist nur, dass Chevrolet beim Abschied der sechsten Generation im März 2023 ausdrücklich erklärte, die Geschichte des Camaro sei damit nicht zu Ende. Einen unmittelbaren Nachfolger kündigte GM damals allerdings ebenso ausdrücklich nicht an.

Vier Türen statt klassischem Muscle-Car-Coupé?
Der eigentliche Aufreger ist weniger die Wartezeit als die Karosserie. Laut GM Authority soll der Camaro als viertürige Limousine zurückkehren und ungefähr in der Größenordnung eines früheren Chevrolet Malibu oder Chevrolet SS liegen. Ob daneben doch noch ein Zweitürer entstehen könnte, ist offen. Entsprechende Gedankenspiele gibt es, eine Bestätigung dafür aber nicht.
Puristen werden bei vier Türen vermutlich zuerst einmal die Zündkerzen ausspucken. Andererseits ist eine kräftige Limousine mit Hinterradantrieb keineswegs Verrat am Muscle-Car-Gedanken. Der Chevrolet SS, Dodge Charger und Cadillac CT5-V Blackwing haben längst gezeigt, dass Familienzugang und ordentlich Gummiabrieb miteinander auskommen. Und auch der aktuelle Dodge Charger ist als Zwei- und Viertürer gedacht.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht allein, wie viele Türen der Wagen hat. Entscheidend ist, ob Chevrolet daraus tatsächlich einen bezahlbaren, charakterstarken Performance-Chevy macht – und nicht bloß eine gewöhnliche Limousine mit berühmtem Schriftzug.

Verbrenner, Hinterradantrieb und Handschaltung
Für uns Petrolheads klingt der technische Teil des Gerüchts deutlich sympathischer. Die Informanten sprechen von einem Verbrennungsmotor, Hinterradantrieb und mehr als einer Getriebeoption. Eine manuelle Schaltung soll ausdrücklich im Programm bleiben. Als Basis wird eine überarbeitete Version der GM-Alpha-2-Architektur genannt, die auch den nächsten Cadillac CT5 und eine neue Buick-Limousine tragen könnte.
Ein V8 ist damit noch nicht bestätigt. Genau hier formuliert der Ausgangsbericht optimistischer, als es die eigentliche Information hergibt. GM Authority nennt den kommenden Gen-6-Small-Block lediglich als naheliegenden Kandidaten. Dass Chevrolet für seine neue Small-Block-Familie kräftig investiert, ist bekannt – in welchem Camaro und mit welcher Leistung sie landet, wissen wir aber nicht.
Kolportiert wird außerdem eine eigene High-Performance-Variante. Ob diese SS, ZL1 oder ganz anders heißen würde, bleibt Spekulation. Zum Vergleich: Der letzte Camaro ZL1 holte aus seinem 6,2-Liter-LT4-Kompressor-V8 offiziell 650 hp, also rund 659 PS, und 650 lb-ft beziehungsweise 881 Nm. Das ist eine gewaltige Messlatte für jeden Nachfolger.

Gemeinsame Technik mit Cadillac und Buick
Eine gemeinsame Plattform für Camaro, Cadillac CT5 und eine Buick-Limousine wäre wirtschaftlich durchaus plausibel. Drei Modelle könnten sich Entwicklungskosten und zentrale Komponenten teilen, ohne deshalb identisch zu fahren oder auszusehen. Auch eine Rückkehr der Produktion nach Lansing Grand River in Michigan wird genannt. Dort lief bereits die sechste Camaro-Generation vom Band.
Gerade diese Plattformstrategie könnte erklären, warum ein Viertürer im Raum steht: Mit einer Limousinen-Grundarchitektur lässt sich leichter Stückzahl machen als mit einem reinen Nischen-Coupé. Ob das am Ende wirklich der Geschäftsplan von GM ist, lässt sich ohne offizielle Bestätigung aber nicht beurteilen.
Was offiziell feststeht
Chevrolet beendete die sechste Camaro-Generation nach dem Modelljahr 2024. In der offiziellen Mitteilung war damals von neun Modelljahren, Coupé und Cabrio sowie dem 650-hp-ZL1 1LE als Speerspitze die Rede. Zum Abschied kamen Collector’s Editions für RS, SS und eine begrenzte Zahl von ZL1-Modellen.
Alles darüber hinaus – 2029, vier Türen, Alpha 2, Handschaltung, Lansing und eine neue Performance-Version – stammt derzeit aus Insiderberichten. Das heißt nicht, dass es falsch sein muss. Es heißt nur: Noch keinen Platz in der Garage ausmessen und schon gar keine Anzahlung überweisen.

Unsere Einschätzung
Ein Camaro mit vier Türen wäre ein harter Schnitt, aber vermutlich immer noch besser als ein beliebiges Elektro-SUV mit Camaro-Logo. Wenn Chevrolet tatsächlich Hinterradantrieb, einen Small-Block-V8 und ein manuelles Getriebe kombiniert, könnte daraus eine richtig spannende amerikanische Sportlimousine werden. Ein zusätzliches Coupé wäre für die Fans natürlich die schönere Lösung.
Bis GM selbst die Karten auf den Tisch legt, behandeln wir den 2029er-Camaro als das, was er ist: ein faszinierendes und überraschend detailliertes Gerücht. Wir bleiben dran – und hoffen, dass hinter den vier Türen wenigstens acht Zylinder warten.
Chevrolet Camaro: vollständige offizielle Bildergalerie
Der Quellartikel enthält drei von Chevrolet bereitgestellte Archivaufnahmen. Ergänzt wird die Galerie um das einzige Bild der offiziellen GM-Abschiedsmitteilung zur sechsten Generation. Eine Hersteller-Pressegalerie oder offizielle Bilder eines Camaro für 2029 existieren derzeit nicht. Ein Klick öffnet jeweils die importierte Vollauflösung.
- Noch gibt es keine offiziellen Bilder des kolportierten 2029er-Camaro. Zu sehen ist ein Camaro SS der sechsten Generation. Bild: Chevrolet/General Motors
- Der bisherige Camaro war ein klassischer Zweitürer. Der kolportierte Nachfolger soll dieses Rezept mit vier Türen neu interpretieren. Bild: Chevrolet/General Motors
- Hinterradantrieb und Handschaltung sollen laut den Berichten erhalten bleiben. Beim V8 ist dagegen noch gar nichts fix. Bild: Chevrolet/General Motors
- „Thanks, Six“: Mit diesem offiziellen Motiv verabschiedete Chevrolet die sechste Camaro-Generation. Bild: Chevrolet/General Motors
Quellen: Autoblog/Yahoo Autos – Chevy Camaro’s Rumored Four-Door Return Slips to 2029, GM Authority – Next-Generation Chevy Camaro To Arrive As A 2029 Model und Chevrolet/GM – offizielle Mitteilung zum Ende der sechsten Camaro-Generation





