1970 Dodge Charger R/T 440 Six Pack mit 48.000 Meilen
Plum Crazy, 440 Six Pack und knapp 48.000 angezeigte Meilen: Dieser 1970er Dodge Charger R/T bringt die große Mopar-Zeit ziemlich konzentriert auf den Punkt. Die Anzeige erzählt von einer aufwendigen Rotisserie-Restaurierung – bei der Laufleistung und der inzwischen beendeten Auktion lohnt sich aber ein genauer Blick.

Ein R/T in Plum Crazy
Der zweiteilige Charger-Jahrgang 1970 bekam von Dodge eine neue Front mit durchgehendem Grill und dem geschwungenen „Charger“-Schriftzug. Beim R/T kamen die nach hinten gerichteten Glasfaser-Luftöffnungen an den Türen sowie die typische Performance-Optik dazu. Das hier besprochene Auto trägt den Werksfarbton Plum Crazy mit dem Code FC7 – eine Farbe, bei der man selbst in einer vollen Mopar-Halle nicht lange suchen müsste.
Zur Ausstattung der Verkaufsanzeige gehören Chromstoßfänger, R/T-Embleme, schwarze 440-Haubenstreifen, Haubenpins, die Kotflügelantenne, weiße Seitenstreifen, farblich passende Tür-Scoops, Tankklappe zum Aufklappen und die schwarze Heckblende. Auf den 14-Zoll-Magnum-500-Felgen sitzen 225/70 R14 Winston Winner G/T-Reifen. Das entspricht der zeitgenössischen Optik und wirkt weit weniger übertrieben als viele spätere Pro-Touring-Umbauten.
440 Six Pack statt kleiner Kompromisse
Unter der Haube steckt laut AutoHunter-Anzeige der originale 440-ci-Six-Pack-V8 mit dem Motorcode E87. Das sind 7,2 Liter Hubraum. Der Name Six Pack steht bei diesem Big-Block für drei Zweifachvergaser – sechs Ansaugöffnungen, viel Dampf und ein Ansauggeräusch, das mit modernen Turbomotoren nicht zu verwechseln ist.
Die zeitgenössische Werksangabe wird üblicherweise mit 390 gross hp angegeben. Das entspricht rund 395 PS beziehungsweise etwa 664 Nm bei 490 lb-ft. Diese Bruttoangabe ist nicht direkt mit heutigen Netto-PS vergleichbar und sagt außerdem nichts über die aktuelle Leistung des restaurierten Einzelstücks aus. Die AutoHunter-Beschreibung nennt keine unabhängige Prüfstandsmessung; die 390 hp sind daher als historische Werksreferenz und nicht als aktueller Prüfstandswert zu lesen.
Die Kraftübertragung übernimmt die originale TorqueFlite-727-Dreigangautomatik. Laut Verkäufer sollen Karosserie- und VIN-Daten, Data Plate, Motor und Getriebe zusammenpassen. Genau hier entscheidet sich bei einem hochpreisigen B-Body, ob man es mit einem überzeugenden Originalaufbau oder nur mit einem hübschen Clone zu tun hat.


Restauriert, aber nicht automatisch neuwertig
Die Rotisserie-Restaurierung soll 2017 abgeschlossen worden sein und laut Anzeige mehr als 100.000 US-Dollar gekostet haben. Das ist eine Verkäuferangabe, die sich mit Rechnungen und Restaurierungsfotos belegen lassen sollte. Der Wagen soll seit Abschluss der Arbeiten weniger als 500 Meilen bewegt worden sein. Das klingt fein, bedeutet aber auch: Dichtungen, Fahrwerk, Bremsen und Vergaserabstimmung brauchen nach längeren Standzeiten besondere Aufmerksamkeit.
Das Fahrwerk besitzt die unabhängige Vorderachse des Chargers und laut Anzeige die originale 3,55:1-Hinterachse. Gebremst wird weiterhin mit manuellen Trommelbremsen rundum. Ein Doppelauspuff führt die Abgase nach hinten. Für einen Sammler, der möglichst nahe am dokumentierten Werkszustand bleiben möchte, ist das stimmig; wer regelmäßig schnell fährt, wird die Bremsanlage vor dem ersten langen Ausflug trotzdem gründlich prüfen lassen.

Charcoal-Schwarz und viel Siebziger
Im Innenraum geht es mit Charcoal- und schwarzen Vinylsitzen, Vordersitzen mit Kopfstützen, Holzdekor, Mittelkonsole, Automatik-Wählhebel, AM-Radio und schwarzen Teppichen mit R/T-Logos weiter. Der Tacho reicht bis 150 mph, der Drehzahlmesser bis 8.000 U/min. Auf dem fünfstelligen Zähler standen 47.925 Meilen – also rund 77.125 Kilometer.

Wichtig ist das Wort „angezeigt“. Die tatsächliche Gesamtlaufleistung ist laut Anzeige unbekannt. Für die österreichische Einordnung sind deshalb Kaufunterlagen, Reparaturrechnungen, Restaurierungsfotos und die Herkunft der Karosserie mindestens so interessant wie der Stand auf dem Zähler.

Was ist dieser Charger heute wert?
Die von Autoblog aufgegriffene AutoHunter-Auktion ist inzwischen beendet. Als dokumentierter Endstand werden 65.750 US-Dollar genannt; die Anzeige weist außerdem einen Standort in Baldwinsville, New York, und die Fahrgestellnummer XS29V0G172100 aus. Ein Auktionsergebnis ist kein allgemeiner Marktpreis – zumal Reserve, Käufernebenkosten, Präsentation und die Qualität der Nachweise eine Rolle spielen.
Zum Vergleich: Ein 440-Six-Pack-R/T mit dokumentierter Restaurierung steht naturgemäß deutlich höher als ein gewöhnlicher 1970er Charger. Gleichzeitig reicht ein hoher Restaurierungsaufwand allein nicht als Beweis für Matching Numbers. Vor einem Import nach Österreich gehören daher VIN, Data Plate, Motor- und Getriebenummern, Bremsen, Beleuchtung, Abgas- und Geräuschthemen sowie die historische Zulässigkeit der Umbauten auf die Liste.

Unser Fazit
Dieser Charger ist kein leiser Geheimtipp, sondern ein lauter, violetter Gruß aus der goldenen Mopar-Ära. Der originale 440 Six Pack, die 727-Automatik und die dokumentierte Restaurierung machen ihn interessant. Die angezeigten 47.925 Meilen sollte man trotzdem nicht ungeprüft als garantierte Laufleistung übernehmen. Wenn die Nummern und Unterlagen zusammenpassen, ist so ein R/T genau jene Sorte Muscle Car, bei der selbst eine kurze Ausfahrt zum kleinen Ereignis wird.
1970 Dodge Charger R/T: Originalbilder aus der Verkaufsanzeige
- Dreiviertel-Frontansicht des roten 1970 Dodge Charger R/T in Plum Crazy. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Seitenansicht des roten 1970 Dodge Charger R/T mit weißem Seitenstreifen. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Frontansicht des 1970 Dodge Charger R/T mit schwarzem Grill. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Heckansicht des roten 1970 Dodge Charger R/T. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Heck- und Seitenansicht des restaurierten Dodge Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Seitenansicht des 1970 Dodge Charger R/T in Plum Crazy. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Nahaufnahme des 440-Haubenstreifens am Dodge Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Dodge-Charger-Schriftzug an der Karosserie. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Charcoal-schwarzer Innenraum des Dodge Charger R/T. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Armaturenbrett mit Tacho und Tic-Toc-Tachometer. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- 440 Six Pack V8 im Motorraum des Dodge Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Detailansicht des restaurierten 440-V8. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Motorraum und Six-Pack-Vergaseranlage. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Unterboden und Vorderachse des Dodge Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Unterboden mit Abgasanlage und Fahrwerk. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Antriebs- und Fahrwerksdetails des restaurierten Chargers. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Unterboden und technische Details der Restaurierung. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Dokumentationsunterlagen aus der AutoHunter-Anzeige. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Restaurierungsunterlagen und Fahrzeugdokumentation. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Historische Unterlagen zum 1970 Dodge Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Dokumente und Nachweise zur Verkaufsanzeige. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
- Weitere Dokumentationsunterlagen zum Charger. Bild: AutoHunter/Verkäufer Patbclc
Quellen und Bildnachweise
- Autoblog: 1970 Dodge Charger R/T 440 Six Pack For Sale With 48,000 Miles Shown – Ausgangsquelle, veröffentlicht am 10. August 2026.
- AutoHunter: 1970 Dodge Charger R/T 440 Six Pack, Lot 38456708 – technische Angaben, VIN, Laufleistungsangabe, Auktion und Originalbilder.
- Stellantis Media: Dodge Charger Heritage und offizielle Heritage-Bildergalerie – Modellgeschichte, Designmerkmale und historische Referenzbilder.






















