Rezvani Beast X enthüllt: 1.560 hp, 1.736 Nm und nur fünf Stück

Rezvani Beast X in Front-Dreiviertelansicht auf einer Rennstrecke

Jetzt ist das Biest aus dem Nebel: Rezvani hat den Beast X vollständig enthüllt. Ein eigens aufgebauter 6,2-Liter-Twin-Turbo-V8 soll 1.560 hp und 1.280 lb-ft liefern, ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe verteilt die Kraft an alle vier Räder. Gebaut werden weltweit gerade einmal fünf Exemplare.

Rezvani Beast X in Front-Dreiviertelansicht auf einer Rennstrecke
Der Rezvani Beast X ist kein dunkler Teaser mehr: Jetzt zeigt der Hersteller das komplette Carbon-Hypercar. Bild: Rezvani Motors

Vom Teaser zum fertigen Beast X

Schon in unserer ersten Meldung zum Beast X standen 1.560 hp, Allrad und 1,9 Sekunden auf 60 mph im Raum. Nach der Präsentation liefert Rezvani nun die bisher fehlenden Eckdaten – und macht aus dem Leistungsversprechen ein deutlich konkreteres Paket.

Motor1 bezeichnet den Beast X als Corvette-basiert. Proportionen, Mittelmotor-Anordnung und Cockpit lassen die C8-Verwandtschaft ebenfalls klar erkennen. Rezvani selbst nennt die technische Ausgangsbasis in der neuen Spezifikation allerdings nicht ausdrücklich. Deshalb bleibt „Corvette-basiert“ eine gut nachvollziehbare, aber nicht direkt vom Hersteller bestätigte Einordnung.

1.560 hp und 1.736 Nm aus 6,2 Litern

Das Herzstück ist laut Rezvani ein eigens aufgebauter 6,2-Liter-V8 mit zwei Turboladern. Motor1 nennt vollständig geschmiedete Innereien. Die Herstellerangabe beträgt 1.560 hp, umgerechnet rund 1.582 PS, sowie 1.280 lb-ft beziehungsweise etwa 1.736 Nm.

Geschaltet wird über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe. Rezvani spricht von permanentem intelligentem Allradantrieb. Eine offizielle Schemazeichnung zeigt neben dem Verbrennungsmotor auch eine elektrische Antriebseinheit. Wie stark dieser E-Anteil ist, welche Batterie verwendet wird und ob die 1.560 hp als reine V8- oder als Systemleistung zu verstehen sind, erklärt die veröffentlichte Spezifikation noch nicht.

Darstellung des 6,2-Liter-Twin-Turbo-V8 des Rezvani Beast X
Zwei Turbolader, 6,2 Liter Hubraum und geschmiedete Innereien sollen für vierstellige Leistung sorgen. Bild: Rezvani Motors

1,9 Sekunden bleiben eine Herstellerangabe

Für 0 auf 60 mph – also 0 auf 96 km/h – nennt Rezvani weiterhin 1,9 Sekunden. Das klingt gewaltig, ist aber noch nicht unabhängig gemessen. Angaben zur Viertelmeile, Höchstgeschwindigkeit, zum Leergewicht oder zur Bremsanlage fehlen weiterhin.

Zum Vergleich: Chevrolet gibt für die Corvette ZR1X 1.250 hp Systemleistung, 1,89 Sekunden auf 60 mph, 8,99 Sekunden über die Viertelmeile und 233 mph Höchstgeschwindigkeit an. Der Beast X hat auf dem Papier deutlich mehr Leistung, ist beim versprochenen Startwert aber nicht schneller. Erst echte Messungen werden zeigen, ob Rezvanis Fünfer-Serie die Werks-Corvette tatsächlich abhängt.

Carbon-Karosserie mit Schmetterlingstüren

Über der Mittelmotor-Technik sitzt eine komplett neu gezeichnete Carbon-Karosserie. Die schmale Front, großen seitlichen Lufteinlässe, das durchgehende Heckleuchtenband und der massive Diffusor lassen zwar Corvette-DNA durchscheinen, wirken aber eigenständig genug. Besonders spektakulär sind die nach oben öffnenden Schmetterlingstüren.

Rezvani nennt 189,7 Zoll Länge, 85,7 Zoll Breite und nur 48,6 Zoll Höhe. Umgerechnet sind das rund 4,82 Meter Länge, 2,18 Meter Breite und gerade einmal 1,23 Meter Höhe. Ein Auto für enge Wiener Parkgaragen ist das eher nicht.

Rezvani Beast X mit geöffneten Schmetterlingstüren vor einem Haus
Die nach oben öffnenden Türen und die nur 1,23 Meter hohe Carbon-Karosserie liefern den nötigen Hypercar-Auftritt. Bild: Rezvani Motors

Magnesiumräder und adaptive Doppelquerlenker

Das Fahrwerk arbeitet laut Datenblatt rundum mit adaptiven Doppelquerlenkern. Vorne montiert Rezvani 20 mal 10 Zoll große Räder mit 275/30 ZR20, hinten sind es 21 mal 13 Zoll mit mächtigen 345/25 ZR21.

Die Magnesiumräder sollen pro Stück sieben Pfund – rund 3,2 Kilogramm – ungefederte Masse einsparen. Das wäre für Lenkansprechen, Bremsen und Federung tatsächlich wertvoll. Gegenüber welcher konkreten Vergleichsfelge Rezvani gerechnet hat, steht allerdings nicht dabei.

Magnesium-Vorderrad und vorderer Kotflügel des Rezvani Beast X
Die Magnesiumräder sollen je Rad rund 3,2 Kilogramm ungefederte Masse sparen. Bild: Rezvani Motors

Innenraum: Carbon statt nackter Rennwagen

Im Cockpit bleibt die Architektur der Mittelmotor-Corvette erkennbar, Rezvani kleidet sie jedoch neu ein. Sichtcarbon, Alcantara, ein abgeflachtes Lenkrad und eigene Carbon-Sitzschalen mit frei wählbaren Einsätzen sollen den Kleinseriencharakter unterstreichen.

Eine Metallplakette trägt den Schriftzug „Beast X – One of Five“. Das ist bei einer Auflage von fünf Stück keine Marketingübertreibung, sondern beinahe schon eine vollständige Produktionsstatistik.

Metallplakette Beast X One of Five im Innenraum
„One of Five“: Mehr Beast X will Rezvani weltweit nicht bauen. Bild: Rezvani Motors

Die offizielle Website hat noch offene Fragen

Bei der Faktenprüfung fällt auf, dass Rezvanis neue Modellseite offenbar noch nicht vollständig redigiert wurde. Ein Absatz spricht versehentlich vom Offroader „Dune“, ein anderer verspricht Fahrmodi für Sand, Schlamm, Felsklettern und Baja-Einsatz. Das passt weder zum gezeigten Hypercar noch zum veröffentlichten technischen Datenblatt und wird daher von uns nicht als bestätigte Beast-X-Ausstattung übernommen.

Auch beim Antrieb bleiben entscheidende Details offen: Leistung des Elektromotors, Batteriekapazität, genaue Kraftverteilung, Fahrzeuggewicht und Herkunft des Getriebes werden nicht genannt. Das macht den Beast X nicht weniger spektakulär, aber derzeit eben noch zu einem Herstellerprojekt mit großen Ansagen und einigen leeren Feldern im Datenblatt.

Offizielle Schemazeichnung des Beast-X-Allradantriebs mit Verbrenner- und Elektroeinheit
Das offizielle Allradschema zeigt Verbrenner- und Elektroantrieb, lässt technische Details aber offen. Bild: Rezvani Motors

Nur fünf Stück, Preis weiterhin geheim

Weltweit sind lediglich fünf Exemplare vorgesehen. Eine rückerstattbare Reservierung kostet 1.500 US-Dollar. Den tatsächlichen Fahrzeugpreis nennt Rezvani weiterhin nicht. Angesichts der Kleinserie, der Carbon-Karosserie und des komplett umgebauten Antriebs dürfte „teuer“ eine ziemlich sichere Prognose sein.

Der Beast X ist genau jene Sorte amerikanischer Irrsinn, die wir mögen: V8, zwei Turbos, Allrad und Leistungswerte weit jenseits jeder Vernunft. Gleichzeitig gilt dieselbe Regel wie beim Drag Strip: Erst die Zeitkarte macht aus einer Ansage einen Beweis. Bis dahin ist der Beast X ein faszinierender Fünferpack mit 1.582 PS – und ein verdammt scharf gezeichnetes Fragezeichen.

Rezvani Beast X: vollständige offizielle Bildergalerie

Quellen